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MARSEILLE 2018
Am Freitag, den 09.05.2018, ging die Reise los. Wir (Linda, Katharina und Lara) trafen uns mit Frau Bartsch am Hauptbahnhof in Bonn. Von dort aus ging es mit dem Zug Richtung Frankfurt zum Flughafen. Angekommen, lernten wir auch schon die vier anderen Mädchen aus dem Helene-Weber-Berufskolleg aus Paderborn und deren Lehrerin kennen. Spät abends kamen wir in Marseille am Flughafen an und wurden von einem französischen Lehrer unserer Partnerschule, dem Lycée Hôtelier Marseille, abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht. Die Unterkunft, ein Studentenwohnheim, war viel besser als erwartet. Jeder hatte sein eigenes Zimmer mit eigener Küchenzeile und einem eigenen Bad mit Dusche. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir damit, die Stadt zu erkunden und uns kennenzulernen. Auf dem Programm standen: Les Terrasses (Einkaufszentrum), der alte Hafen, Notre-Dame de la Garde, die Kathedrale von Marseille und das Altstadtviertel. Durch die Führung des französischen Lehrers André B. bekam man von Beginn an einen guten Überblick über die Stadt und deren geheimen Ecken. Freitags besuchten wir unsere zukünftigen Arbeitsplätze für die nächsten drei Wochen. Wir aus Bonn wurden dem Hotel Dieu Intercontinental zugeteilt. Das war auch die erste Station. Das Hotel war früher ein Krankenhaus, ist jedoch atemberaubend und unglaublich modern gestaltet. Wir wurden von der Personalleitung freundlich begrüßt und durch unseren Arbeitsplatz für die kommenden drei Wochen geführt. Dienstkleidung und Arbeitsplan wurde auch sofort geklärt und organisiert. Anschließend ging es zum gemeinsamen Mittagessen direkt am Hafen. Das Hotel „Sofitel“ besuchten wir am Nachmittag. Unser erster Arbeitstag erfolgte am Dienstag, den 15.05.2018, da unsere Ausgangstage auf Sonntag und Montag fixiert wurden. Lara als Hotelfachfrau wurde in der Brasserie „Les Fenêtres“ eingeteilt. Linda und Katharina als Kochazubis in der Restaurantküche und in der Bankettküche. Wir alle hatten an denselben Tagen in der Woche frei und ähnliche Arbeitszeiten, sodass wir in unserer Freizeit viel zusammen unternehmen konnten. Der Nationalpark „Calanques“ war das Highlight unserer Ausflüge und definitiv zwei Besuche wert.  Ansonsten standen zahlreiche Strandbesuche, Sehenswürdigkeiten und Restaurants auf dem Tagesprogramm. Durch unsere Metro- und Buskarte waren wir keineswegs eingeschränkt und immer flexibel. Die Brasserie „Les Fenêtres“ In der Brasserie wurde ich 5 Tage die Woche von 8:00 – 16:00 eingeteilt. Die ersten drei Stunden verbrachte ich mit Buffet auffüllen, Teller abräumen, Kaffee- und Teeservice und Tische neu ausrichten. Zudem wurden die Eierspeisen immer vom Kellner aufgenommen und an die Live-Cooking Station weitergegeben. Die Kollegen waren superfreundlich und immer hilfsbereit. Selbst wenn es beim Aufnehmen von Bestellungen zu Schwierigkeiten auf Französisch kam. Alle hatte Verständnis für die anfänglichen Schwierigkeiten mit einer Fremdsprache. Die Gäste hatten die Möglichkeit, ihr Frühstück im Restaurant oder auf der großen Terrasse mit Blick auf den alten Hafen zu genießen. Ab 10:30 wurde das Frühstück geschlossen und für das Mittagessen eingedeckt. Alle Speisen wurden vom Buffet in die Pâtisserie gebracht und dort gelagert. Gegebenenfalls wurden die Tischdecken erneuert. Ein Platz bestand immer aus Hauptgangbesteck auf einer Serviette, einem Brotteller, einem Wasserglas und einem Weinglas. Bei Tafeln oder Gruppen wurde bereits für ein Drei-Gang- Menü eingedeckt. Nach dem Eindecken wurden alle Sonnenschirme aufgespannt und die Weinkühler vorbereitet. Zudem wurden Tablettständer für die großen Tabletts aufgestellt. Brotkörbe wurden auf einem Extratisch platziert und um 11:45 begann das tägliche Servicemeeting. Alle Supervisor, Servicemitarbeiter und der Chefkoch waren anwesend. Der Chefkoch gab das Plat du Jour bekannt und die jeweiligen Menüs für verschiedene Gästegruppen. Außerdem wurde sehr viel Wert auf die Namenkenntnis spezieller Gäste gelegt. Jeden Tag gab es verschiedene Fische mit unterschiedlichem Gewicht zu kaufen. Im Durchschnitt 15 pro Tag. Diese wurden dann immer direkt am Tisch des Gastes tranchiert und führten zu einem unvergesslichen Moment. Nach der Teambesprechung kamen meist bereits die ersten Gäste. Jeder Chef de Rang hatte seine eigene Station und einen Commis. Ich war meist als Commis eingeteilt. Zu meinen Aufgabe gehörten: Brotservice, Amuse Bouche servieren, Wein- und Wasserservice, Besteck eindecken, Bestellungen aufnehmen, Servieren und Abräumen von Tellern. Die Speisen wurden immer auf einem großen Tablett (Durchmesser 80cm) auf der Schulter eines Kellers zum Tisch gebracht und von einer zweiten Person serviert. Beim Servieren von Kaffeespezialitäten war stets darauf zu achten, Mignardises (kleine selbstgemachte Pralinen) dazu zu servieren. Wenn es dann ruhiger wurde, begannen die ersten mit dem Mise en Place für den Abend: Servietten und Tischdecken zusammenlegen, Zucker auffüllen und dem Eindecken für das à la carte Menü. Das Projekt wurde mit Fördermitteln des erasmus+ Programms der EU finanziert.
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